1870 wird die Schule nach Dreibäumen verlegt. Wilhelm Buscher, Gutsbesitzer und
Gemeinderatsmitglied, erhält die Genehmigung, auf seinem Grundstück eine Schulklasse zu erbauen. Der Lehrer Heinrich Biermann tritt bereits im August 1870 seine Stelle an. Er wohnt bis zum Anbau der Lehrerwohnung in der benachbarten Gaststätte des Robert Felbick. Schüler kommen aus den Schulen Busenbach und Dörpfelderhöhe, aber auch gastweise aus der Gemeinde Dhünn.

Dem Unterricht dienen je eine Lese- und Rechenmaschine, 2 große Lineale, 1 Zirkel und 3 große schwarze Wandtafeln, dazu Naturbilder von Schreiber, physikalische Apparate, geo- metrische Körper, Wandkarten von Deutschland, Europa, Palästina, ein Globus und Zeichen- tafeln. Fürwahr - für die einklassige Elementarschule eine moderne und nahezu optimale Ausstattung!

Häufig treten in den Schulen Infektionskrankheiten mit einer solchen Heftigkeit auf,
daß ein Drittel der Kinder erkrankt sind. Schulschließungen wegen Masern, Diphtheritis oder Influenza kommen vor (1902 - 4 Monate), und es ist keine Seltenheit, daß Kinder im schulpflichtigen Alter bereits sterben.

Dreibäumen , gelegen an Hückeswagens Gemeindegrenze ,ist kein idealer Standort für eine Schule. Klagen der Eltern, die Schule mehr nach Osten zu verlegen, werden ab 1905 immer häufiger; dazu sind die Schulen in Holte und Dörpfelderhöhe überfüllt. Alle Kinder haben einen weiten Schulweg ( zum Teil über drei Kilometer ) und diesen täglich viermal !

Aber erst nach dem Schulneubau in Straßweg (1906) wird die Schule Dreibäumen 1908 nach 38 Jahren in das geräumte Schulgebäude in Dörpfelderhöhe verlegt.

Schon drei Jahre später, am 24.04.1911, weiht die Gemeinde ein neues Schulgebäude in Scheideweg ein. Kommerzienrat Hueck stiftet aus diesem Anlaß die Schulfahne.


Quelle: 900 Jahre Hückeswagen Herausg.:Stadt Hückeswagen 1984